Transnationales

Bild: NASA

Bild vom Weltraum Teleskop Hubble. Verschiedne blitzende Sterne und blauer Nebel ist zu sehen.

Mit dem Zusammenbruch der Sowjetunion verkündete das neoliberale Triumphgeheul das "Ende der Geschichte" und den Siegeszug des nun vollständig globalen Kapitalismus. Gleichzeitig jedoch traten eine Vielzahl von Bewegungen auf den Plan die mit ihren weltweit vernetzten Protesten und mit den Blockaden von den Gipfeltreffen der Mächtigen, genau das Gegenteil behaupteten und für ein Globalisierung von unten standen. 

Die interventionistische Linke ist nicht nur der Versuch die Sprachlosigkeit der deutschen Linken im wiedervereinigten Deutschland zu überwinden, sondern ist auch Kind dieser globalen Bewegung der Bewegungen und so schon seit ihrer Gründung ein transnationales Projekt. Einen Höhepunkt fand dieses Projekt 2015 im Zusammenkommen von Wütenden aus ganz Europa zur Eröffnung der EZB in Frankfurt, im Protest gegen das europäische Sparregime.

An diese Tradition transnationaler Bewegung knüpfen wir auch heute an. Die Frage transnationaler Organisierung stellt sich aber unter neuen Bedingungen: nicht zuletzt unter denen des Krieges und seiner Vorbereitung und unter den Bedingungen fortwährender rechter und neoliberaler Angriffe auf die Bewegungen von unten. Sei es auf die feministischen Streiks, die Bewegungen der Migration oder die Verweigerung der Kriegslogik. All diese Bewegungen sind transnational verbundene Bewegungen, auch wenn sie in unterschiedlichen Geografien unter unterschiedlichen Bedingungen kämpfen. Transnational ist aber auch die Gegenseite organisiert. Und das weitaus besser als wir. Das soll so nicht bleiben.

Die sich bis in den Alltag hinein ausbreitende Logik des Krieges wirft klarer als zuvor auf, wie unsere lokalen Kämpfe verknüpft sind mit dem Weltgeschehen. Gerade da, wo uns weiß gemacht werden soll, dass wir uns entlang von nationalen Grenzen in ein Verhältnis der Konkurrenz zu stellen haben, gilt es jedoch daran festzuhalten, dass unsere Konfliktlinie zwischen oben und unten verläuft und wir uns über die Grenzziehungen hinweg mit jenen verbinden, die auf unserer Seite der Barrikade stehen.

 

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