Demo gegen Gewalt an Frauen

Patriarchale Gewalt hat Sytem

Menschen im Hintergrund, Titel und Termin im Vordergrund
Am 25.11.2026, 17:30 Uhr

Bruchsal, 01. Oktober 2026. Eine 63-jährige Frau wird in ihrem eigenen Zuhause von ihrem Sohn ermordet.

Heidelberg, Erstaufnahmestelle, 2026. Geflüchtete Frauen werden von einem Mitarbeiter des Regierungspräsidiums Karlsruhe missbraucht. Er nötigt sie zu sexuellen Handlungen, indem er behauptet im Gegenzug drohende Abschiebungen zu verhindern.

Deutschland, 2026: Über Jahre hinweg betreibt Christian Ulmen unter dem Namen seiner Ehefrau Collien Fernandes Namen gefälschte Profile in sozialen Netzwerken und verschickt sexualisierte Inhalte, gefälschte Pornos und erfundene Chats an andere Männer. 

Hannover, 4. Juli 2025. Die 26-jährige Rahma A. wird von ihrem Nachbarn aus rassistischen und frauenfeindlichen Motiven ermordet. 

USA, Oktober 2024. Eine junge Frau wird an einer Universität von sieben Studenten vergewaltigt. Für die Täter gibt es keine strafrechtlichen Konsequenzen. Ihr Fall wurde international bekannt als Fall von 'Jane Doe'. 

Frankreich, 2024. Giséle Pelicot tritt an die Öffentlichkeit. Über Jahre hinweg wurde sie von ihrem eigenen Ehemann betäubt und von ihm und anderen Männern hunderte Male vergewaltigt. 

All diese Gewalt ist kein Einzelfall. Sie passiert jeden Tag und sie betrifft uns alle. Sie betrifft uns, wenn wir als junge Mädchen von älteren Männern angestarrt werden, wenn unser Nein nicht akzeptiert wird und wenn unser Mann denkt er hätte ein Anrecht auf unseren Körper. Die Gewalt betrifft uns auch wenn wir wissen, dass wir kein Geld mehr hätten, wenn wir uns von ihm trennen würden oder wenn wir sehen, dass unsere Freundin ihre blauen Flecken versteckt. 

Im Patriarchat ist für uns Frauen das eigene Zuhause der gefährlichste Ort. Es sind unsere (Ehe-) Partner, Väter, Freunde oder Söhne, die uns Gewalt antun. Alle vier Minuten erlebt eine Frau in Deutschland Gewalt durch ihren Partner. Weltweit wird alle 10 Minuten eine Frau durch einen Mann ermordet. In Deutschland wird alle 2 Tage eine Frau durch ihren Partner oder Ex-Partner ermordet. 

Doch auch queere, intergeschlechtliche, nicht-binäre, transgeschlechtliche und agender Personen sind tagtäglich mit patriarchaler Gewalt konfrontiert und werden aufgrund ihrer sexuellen Orientierung oder geschlechtlichen Identität bedroht, geschlagen oder umgebracht. 

Die Gewalt wird von einzelnen Männern ausgeübt, doch sie sind nie wirklich alleine. Sie schützen sich gegenseitig und hinter ihnen steht ein ganzes System. Wenn eine Frau zur Polizei und vor Gericht geht, muss sie sich gegenüber weiteren Männern beweisen, die ihr nicht glauben wollen oder die Schuld bei ihr suchen. 
Gleichzeitig werden Frauenhäusern und Beratungsstellen massiv die Gelder gekürzt. Sozialleistungen werden gestrichen, Frauen werden in einer finanziellen Abhängigkeit von Männern gehalten und systematisch ausgebeutet, indem sie größtenteils unterbezahlte Jobs ausführen und gleichzeitig die kostenlose Care-Arbeit übernehmen müssen. 

Doch während uns die Gelder gekürzt werden, fließen Milliarden in Aufrüstung und Krieg. Schon jetzt beteiligt sich der deutsche Staat durch Waffenlieferungen an Kriegen auf der ganzen Welt, in denen unsere Schwestern gezielt vergewaltigt und getötet werden. 

Wir Frauen nehmen die Gewalt gegen uns nicht länger hin. Wir wissen auch, was wir dieser Gewalt entgegensetzen können, nämlich unsere gegenseitige Unterstützung und Solidarität. Auf andere Frauen können wir uns immer verlassen. 

Also: Schließen wir uns zusammen!
Nehmen wir uns am 25.11. die Straße und kämpfen für ein Ende der patriarchalen Gewalt gegen uns Frauen. Für jede Frau in unserem Leben, die Gewalt erfahren musste. Für jede Frau, die nicht mehr kämpfen kann - in Deutschland und weltweit.