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Mehr Krankenhauspersonal

Gesundheitsversorgung vergesellschaften

Für uns ist Gesundheit keine Ware. Für uns ist Gesundheit kein Gegenstand von Profit. Für uns sollte Gesundheit auch für diejenigen möglich sein, die tagtäglich alles für die Gesundheit anderer geben.Denn Gesundheit ist ein zentrales Gut, auf dass jede*r Anrecht hat. Die Gesundheitsversorgung ist damit etwas, das uns alle angeht – egal ob Pflegende, die unter schlechten Arbeitsbedingungen leidet, die das Gefühl hat, in ihrem Beruf aus Zeitgründen und aufgrund von Fallpauschalen Patient*innen nicht so versorgen zu können wie es ihrem Anspruch entspricht oder (zukünftige) Patientin die nicht nach ihren Bedürfnissen versorgt wird, sondern so wie es sich am besten damit verdienen lässt.

Deswegen wollen wir uns auf verschiedene Art und Weise einbringen in die Kämpfe für ein anderes Gesundheitssystem, eines das nach menschlichen Bedürfnissen ausgerichtet ist und nicht nach marktwirtschaftlichen Prinzipien. Das ist keine naive Wunschvorstellung. Ein anderes Gesundheitssystem ist möglich – Beispiele dafür und auch Erfahrungen aus der Vergangenheit gibt es zuhauf. Die Kämpfe die geführt werden und die wir unterstützen wollen, sind auf sehr verschiedenen Ebenen angesiedelt. Ihre Ziele reichen von Reformen innerhalb des bestehenden Systems bis zu einer ganz anderen Konzeption der Gesundheitsversorgung.

Ein auf Reformen abzielender Kampf ist die von der Dienstleistungsgewerkschaft ver.di für 2017 geplante bundesweite Tarifauseinandersetzung an den Krankenhäusern. Mit der Forderung nach mehr Personal soll an die erfolgreichen Auseinandersetzungen an der Charité-Berlin angeknüpft werden. Im Saarland schlossen sich bereits Anfang des Jahres viele Beschäftigte innerhalb ver.dis zusammen, formulierten aber auch eigenständige Forderungen um ihren Protest gegen die aktuellen Zustände lautstark zu äußern. Der Personalmangel in der Pflege wurde so zu einem landesweit diskutierten Thema, zu einem der größten Themen des saarländischen Wahlkampfes.

Diesen Sommer folgt die Tarifauseinandersetzung auch in anderen Städten. Parallel dazu wird bundesweit der Widerspruch der Pflegenden gegen den geplanten Personalmangel, die Arbeitsverdichtung und die Ökonomisierung des Gesundheitssystems immer vernehmbarer. In ganz Deutschland verteilt gibt es Solidaritätsgruppen, die die Beschäftigten bei ihren Auseinandersetzungen aktiv unterstützen werden und die gesellschaftliche Dimension dieses Konflikts deutlich machen wollen. Durch gewonnene Tarifabschlüsse kann die Situation der Beschäftigten zum Positiven verändert werden. Erfahrungen der Selbstermächtigung können die Kampfbedingungen für kommende Auseinandersetzungen verbessern. Ein verbindlicher Personalschlüssel würde einen nennenswerten Faktor der Betriebskosten aus der Optimierungslogik des Fallpauschalensystems herauslösen. Und Profitmöglichkeiten könnten deutlich eingeschränkt werden. Der bisherigen Personalbemessung entlang von Budgets würde eine Personalbemessung am Bedarf entgegengesetzt. Es muss daher deutlich gemacht werden, dass es sich nicht um rein betriebliche Auseinandersetzungen handelt. Sie können einen Symbolcharakter für die Frage nach einem besseren, gerechteren und würdevolleren Leben darstellen. Als radikale Linke wollen wir solche Kämpfe um eine soziale Infrastruktur auch als Antwort auf eine erstarkende rechtspopulistische und rechtsextreme Bewegung nutzen.

Als iL beteiligen wir uns bundesweit an lokalen Bündnissen, die sich einsetzen für die betrieblichen, tariflichen und politischen Auseinandersetzungen um mehr Personal, eine ausreichende und zweckgebundene Finanzierung des Gesundheitswesens und eine Bedarfsplanung, die sich an den Bedürfnissen der Beschäftigten und Patient*innen orientiert.

Weitere Informationen zum Fallpauschalensystem, zu anderen Arten der Personalbemessung, zu alternativen Möglichkeiten der Gesundheitsversorgung werden wir in den nächsten Wochen auf dieser Seite verlinken.

Informationen zu einigen der lokalen Bündnisse findet ihr hier:

Berlin: Homepage: https://mehr-krankenhauspersonal.de   |  Facebook: https://www.facebook.com/pg/ver.di.charite.buendnis

Hamburg: https://www.facebook.com/VerdiBetriebsgruppeAkStGeorg

Heilbronn: https://www.facebook.com/PflegeInBewegungHN

Freiburg: https://www.facebook.com/EntlastungJetzt

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